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Getränkeakademie

Absinth: Altmodisch oder zeitlos?

Um Absinth drehen sich spannende Mythen. Wir erzählen, welche und geben außerdem Tipps zum perfekten Servieren des Wermut-Schnapses.

Viele Mythen ranken sich um die extrem hochprozentige Spirituose, die gerne mal einen Alkoholgehalt von 60% vol. aufwärts aufweist. Deswegen möchten wir euch heute die interessante Geschichte der sogenannten „Grünen Fee“ erzählen.

Was ist drin im Absinth?

Absinth ist eine Spirituose aus Wermut und anderen Kräutern, wie Fenchel, Angelika und Anis. Die erste Erwähnung des traditionellen Rezepts für „Élixier d’absinthe“ stammt aus dem Jahr 1769. In der Schweiz war es als Kräutertonikum, das von einem französischen Arzt entwickelt wurde, in Apotheken erhältlich. Nach seinem Tod reifte jedoch die Geschäftsidee, das Tonikum als Schnaps zu verkaufen. So wurde 1805 die Firma Pernod in Frankreich gegründet, die noch heute namhafte Spirituosen und Absinth vertreibt.

Die „grüne Stunde“ als Trend

Als die französische Armee Absinth um 1830 im Algerien-Krieg einsetzte, um Folgen von unsauberem Trinkwasser und Malaria zu bekämpfen, wurde das grüne Getränk bekannter und später auch in der zivilen Bevölkerung zum großen Trend. Bald etablierte sich zwischen 17 und 19 Uhr eine „grüne Stunde“, zu der gerne Absinth getrunken wurde. So wurde das 19. Jahrhundert zur großen Ära des Wermut-Schnapses.

Ist Absinth gefährlich?

Gerade kreative Köpfe verfielen dem Getränk, da es durch den damaligen hohen Anteil des Nervengifts Thujon, das aus den ätherischen Ölen des Wermuts stammt, stark halluzinogen wirkte und schnell abhängig machte. Berühmte Maler und Schriftsteller wie Manet, Oscar Wilde, Edgar Allen Poe oder sogar Picasso waren bekennende Anhänger des Kultgetränks und ließen sich bei vielen Werken von der „grünen Muse“ inspirieren. Von vielen Historikern wird heute gemutmaßt, dass Absinth Schuld daran trug, dass van Gogh sich im Wahn eines seiner Ohren abschnitt. Schwere Halluzinationen bis zu Wahnvorstellungen, Krampfanfällen und bleibende Persönlichkeitsstörungen wurden dem Absinth zugeschrieben. Das war auch der Auslöser eines Verbots von Absinth in vielen Ländern Europas (Belgien als Vorreiter in 1905) und den USA.

Erst 1981 wurde Absinth mit höchstens 10 mg Thujon pro Kilo in Deutschland wieder legal. Zum Vergleich: die Menge Thujon-Menge im Absinth des 19. Jahrhunderts wird auf 350 mg/kg geschätzt. Ende der 1990er Jahre kam Absinth langsam wieder in Mode und der festgelegte Thujon-Wert wurde durch die europäische Kommission auf maximal 35mg/kg festgesetzt. Heute ist die „grüne Fee“ ungiftig, aber durch den hohen Alkoholgehalt trotzdem in Maßen zu genießen.

Wie bereite ich Absinth zu?

Hast du selbst Lust auf einen echten Spirituosen-Klassiker, dann achte darauf, Sorten ohne Farbstoffbeigabe zu kaufen. Zudem wird Absinth nie pur getrunken.

Wenn Du die „grüne Fee“ stilecht wie im 19. Jahrhundert genießen möchtest, solltest Du folgende Utensilien bereithalten:
•    Absinth
•    Würfelzucker
•    Absinth-Gläser (Kelche aus dickwandigem Glas oder Kristall)
•    Absinth-Löffel (perforierter, gerader Metalllöffel)
•    Stilles, eiskaltes Wasser in einer Karaffe (oder in einer Absinth Fontäne)

Gieße ca. 4 cl Absinth in den Kelch und platziere den Absinth-Löffel mit dem Zuckerwürfel auf dem Glas. Nun schüttest du vorsichtig das Wasser über den Zuckerwürfel. Dieser sollte sich dabei komplett auflösen. Die Spirituose trübt sich mit jedem Tröpfchen Zuckerwasser milchiger ein. Das Verhältnis von Wasser zu Absinth sollte idealerweise 3:1 betragen. Anschließend werden mit dem Löffel noch einmal alle Komponenten verrührt.

Zündet man Absinth an?

Absinth wird in keinem Fall angezündet! Das Feuer zerstört die Aromen und kann, bei einer so hochprozentigen Spirituose, sehr gefährlich sein.

 

Absinth-Cocktail: Death in the Afternoon

Der einfache, aber auch sehr starke Absinth-Cocktail soll von Ernest Hemingway persönlich kreiert worden sein und ist aufgrund seiner Hochprozentigkeit mit Vorsicht zu genießen:

•    Champagner (oder Sekt)
•    Absinth

Champagner und Absinth werden im Verhältnis 3:1 gemischt und bei Bedarf noch mit einer Zitrone oder Limette garniert. Einfacher kann ein Cocktail nicht sein. Natürlich kannst du Absinth auch mit Cola oder sonstigen Limos mischen. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Damals wie heute ist Absinth wegen seiner Mythen, seines unvergleichlichen Geschmacks und seiner Vielseitigkeit ein absolutes Must-Have für die Hausbar. Klassisch oder als Cocktail mit ordentlich Umdrehungen ist er ein nicht alltäglicher, sehr besonderer Genuss. Durch die pflanzlichen Inhaltsstoffe eignet sich der Schnaps auch hervorragend als Absacker nach einem guten Essen.

Absinth findest du natürlich auch in deinem trinkgut Markt in deiner Nähe.